Rennen

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Ironbike

Datum

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4. August 2007

Ort

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Ischgl / Tirol

Strecke

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48 km / 2.056 hm

Wetter

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Sonne, bis 25 Grad                                                                                   

Online

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8. August 2007

 

 

Das zweite Highlight der heurigen Rennsaison stand an: Der Ironbike-MTB-Marathon in Ischgl!

 

Mit großer Vorfreude auf dieses Rennen machte ich mich gemeinsam mit meiner Frau Regina am Freitag Mittag auf den Weg ins sommerliche Ischgl. Auf der Hinfahrt regnete es ziemlich heftig. Doch dem Wetterbericht zu Folge sollte es am Renntag schön und warm werden. In Ischgl angekommen, bezogen wir unser Quartier im „Försterheim“. Danach spazierten wir ins Ortszentrum, holten die Startnummer ab und begrüßten einige liebe Fans von der SHG. Wir verbanden das Rennen gleich mit einem Kurzurlaub und blieben 5 Tage in Ischgl.

 

Nach dem wir uns das Rundstreckenrennen der wahren MTB-Helden, von Weltmeistern bis Olympiasiegern war da alles dabei, angesehen hatten, sattelte auch ich mein Bike und bereitete die Beinmuskulatur locker auf den nächsten harten Arbeitstag vor.

 

Ein früher Blick am Renntag um 6.45 Uhr aus dem Fenster zeigte einen tiefblauen Himmel und von der Sonne beschienene Berggipfel. Der Schritt vor die Tür ließ aber die Höhenlage in der wir uns befanden deutlich spüren. 5 Grad am frühen Morgen und sogar Eis auf den Windschutzscheiben der Autos. So stand die „Panier“ für das Rennen schnell fest: warme Beinlinge und lange Jacke. Das Frühstück war eine schnelle Angelegenheit. Eine ungewöhnlich große Nervosität machte sich in mir breit. Irgendwie lief mir die Zeit davon und so kam ich nur kurz zum Einfahren. 

 

Im Startgelände herrschte bereits reges Treiben. Glücklicherweise ergatterte ich einen Startplatz in der ersten Reihe des Startblockes der „Nichtprofis“. Die echten Profis standen in einem eigenen Startblock. Doch kurz vor den Start vermischten sich die Startblöcke zu einem großen Block. Pünktlich um 8.30 Uhr war es dann soweit. Neutralisiert begann das Rennen durch das Ortszentrum von Ischgl bis zum Beginn des Radweges nach Mathon. Bis dahin hatte ich es geschafft mich ziemlich weit vorne zu positionieren. Die Spitzengruppe zog das Tempo dann immer mehr an. Meine Beine waren jedoch noch nicht richtig auf „Betriebstemperatur“ und so ließ ich einige Fahrer an mir vorbeiziehen.

 

Die erste Steigung führte auf die Lareinalm. Mit dem mittleren Kettenblatt vorne strampelte ich relativ locker den nicht allzu steilen Anstieg hinauf. Dabei konnte ich einige Fahrer überholen und reihte mich in eine Gruppe im vorderen Feld ein. Kurz vor dem Trail hinunter nach Galtür hatte diese Gruppe 9 Minuten Rückstand auf die Spitze. Am Ende des Trails konnte ich noch zwei Fahrer überholen. Ab Galtür verlief die Strecke immer leicht abfallend wieder zurück nach Ischgl. Den Asphaltteil nutzte ich um einen Energieriegel zu verdrücken und ausgiebig zu trinken. Dabei verlor ich wieder einige Plätze was mir aber ziemlich egal war. 

 

Von Asphalt wechselte dann der Untergrund auf groben Felsschotter entlang des Baches. Irgendwie verfolgt mich diese Saison ein „Luftproblem“. Im Hinterreifen hatte ich etwas zuwenig Luftdruck. Blöderweise hatte ich bei der Vorbereitung auf das Rennen den Luftdruck in den Reifen nicht mehr kontrolliert. Bei der Auffahrt zur Lareinalm spürte ich das noch nicht so. Aber in den Asphaltkurven machte sich der niedrige Luftdruck durch ein starkes Walken des Reifens bemerkbar. So musste ich am Schotterteil den Kompromiss zwischen schnell fahren und gleichzeitig wenig Gewicht auf den Hinterreifen bringen finden. Das gelang mir ganz gut und so kam ich, im Gegensatz zu anderen Fahrern, ohne Plattfuss durch diesen Streckenteil.

 

Etwa 2 Kilometer vor Ischgl wechselte die Strecke wieder auf den asphaltierten Radweg. Bis dahin war ich alleine unterwegs. Weit und breit keine Gruppe an die ich mich anhängen konnte. Erst gegen Ende des Weges kam eine Vierergruppe herangedüst. Im Windschatten ließ ich mich ein Stück mitziehen um ein wenig Kraft zu sparen. Kurz vor Ischgl setzte ich mich dann kurz an die Spitze und zog die Kollegen mit. Dann gaben die Burschen aber noch mal Vollgas. Den Grund dafür erblickte ich ziemlich weit abgeschlagen am folgenden Anstieg ins Ortszentrum. Die Gruppe war auf der kurzen, 27 Km langen Strecke, unterwegs und lieferten sich eine Hetzjagd um die besten Plätze. Also gut, daß ich da nicht mitgezogen bin.

 

Auf mich wartete nun der härteste Teil des Rennens – die 10 Km lange Auffahrt zur Idalpe bei der 1.200 Hm bergauf auf Asphalt zu strampeln waren. Am Beginn des Anstieges stand Regina mit einer Trinkflasche. Ein großer Schluck daraus genügte mir, um mich für den ersten Teil des Anstieges zu versorgen. Auf der extrem steilen Rampe vom Ort hinaus schloss ich auf eine kleine Gruppe auf. Da wir alle etwa gleich stark waren, blieben wir bis zum etwas flacheren Stück vor der Fimba-Mittelstation zusammen. Dort konnte ich mich dann von der Gruppe lösen. Meine Beine waren noch sehr gut und so konnte ich gut mein Tempo und den Rhythmus halten. Durch die steilen Hänge der Skiabfahrt, wo ich im Winter meine Schwünge ziehe, schlängelte sich die Bergstrasse mit teilweise 20% Steigung bis zur Idalpe hinauf. Bis dahin gelang es mir, einige Plätze gut zu machen. Auch Fahrer die mich am Beginn der Strecke überholten konnte ich wieder hinter mir lassen.

 

Nach der Idalpe wechselte der Untergrund wieder auf feinen Schotter. Im Gegensatz zum letzen Jahr blieb  mir, dank ausreichender flüssiger Kohlehydratzufuhr, der „Mann mit dem Hammer“ erspart. Dennoch spürte ich bereits eine gewisse Schwere in den Beinen. Immer wieder musste ich auf die große Übersetzung schalten. An der letzten Labe blieb ich kurz stehen um noch mal Wasser aufzunehmen. Schliesslich brannte die Sonne ziemlich stark vom Himmel und machte den Anstieg nicht gerade leichter. Bis zum Ende des Anstieges war es nun nicht mehr sehr weit. Ich nahm mir vor, unbedingt einen vor mir liegenden Fahrer noch zu überholen. Auf den letzten Metern, einem 20% Anstieg, mobilisierte ich noch mal alle Kräfte und schaffte mein Vorhaben. Nach 1 Stunde und 20 Minuten war ich am höchsten Punkt des Rennes, der Velillscharte auf 2.525 Metern, angelangt.

 

Nun folgte der schönste Teil des Rennens – der Trail ins Velilltal. Gleich am Beginn des Trails konnte ich mir zwei Fahrer, die mich weit vor der Idalpe überholten, mit einem etwas gewagten Mannöver wieder schnappen. Ein Stückchen konnte ich den herrlichen Trail alleine geniessen, ehe ich auf eine Fahrerin, die ich leider vor der Labe ziehen lassen musste, aufschloss. Das es im engen Trail keine Überholmöglichkeit gab musste ich bis fast zum Ende des Trails warten ehe ich an der Fahrerin vorbei konnte. Danach ging es mit bis zu 50 Km/h auf der steilen Forststrasse in Richtung Tal. Immer wieder musste ich dabei auf große Steine oder Felsen achten, damit der Hinterreifen nicht durchschlagen und somit mein Rennen beenden konnte. Dort wo im Winter ins Tal gewedelt, gecarvt oder auch nur gerutscht wird, kurz der Ski-Talabfahrt, wurde mit den Mountainbikes Vollgas gegeben. Am Prennerhang, dem letzten Teil des Downhills, versuchte ich mit etwas Risiko auf zwei vor mir liegende Fahrer aufzuschliessen.

 

Bei der Talstation der Padratschgratbahn hatte ich die beiden Fahrer auch erreicht. Doch im folgenden leichten Anstieg ins Ziel verkrampften meine Oberschenkel ein wenig. Auch die beiden Fahrer gaben noch mal alles und so kamen in Abständen von je 3 Sekunden ins Ziel.

 

Nach 3:05:07 Stunden hatte ich das Rennen besser als erwartet beendet. Vor dem Rennen hatte ich mir einen Gesamtrang unter den Top 50 und eine Rang unter den Top 40 in der Altersklasse vorgenommen.

Am Ende schien mein Name dann auf Rang 48 (von 203 Finishern) der Gesamtwertung und auf Rang 36 (von 126 Finishern) in der Altersklasse auf. Im international sehr stark besetzen Feld erreichte ich als 19. bester Österreicher das Ziel der mittleren Runde. Darauf bin ich sehr, sehr stolz!!!

 

Fazit: Hochkarätiges Starterfeld mit allen Stars der MTB-Szene

        Super Strecke mit allem was ein hartes Rennen ausmacht

        Formkurve sehr stabil – so macht es richtig Spaß Rennen zu fahren

        Vielleicht ist 2008 noch mehr möglich…

        Ischgl, du mein (Sommer)Traum